Die gute alte Tradition: RIESS Emaille-Geschirr zum Backen.

Veröffentlicht am 26. Februar 2013 von Roman
Lesezeit: Lesezeit: cirka 3 Minuten (5 Bilder)

Seit 450 Jahren produziert das Familienunternehmen RIESS KELOmat hochwertiges Kochgeschirr und Emaille-Formen im niederösterreichischen Ybbsitz an der Eisenstraße. Julian Riess, Friedrich Riess und Susanne Rieß führen in neunter Generation das traditionsreiche Unternehmen erfolgreich. Erfolgreich auch deswegen, weil hier nicht nur Tradition und 'Ham'ma immer schon so g'macht'-Mentalität vorherrscht, sondern auch ein gesunder Geist für Innovation vorherrscht. Und Innovation bedeutet hier nicht, dass man sich neue Geschäftsfelder sucht, sondern auf den eigenen Wurzeln aufbaut und mit Mut und Ehrgeiz vieles davon neu interpretiert. Nach dem Kitchenmanagement Aufbewahrungssystem (demnächst eine kleine Vorstellung davon hier auf Simply4friends) kommt jetzt neu eine Serie von Back- und Kochgeschirr, die in Kooperation mit der Köchin und Ernährungsafficionada Sarah Wiener entstanden ist - und diese wurde nun vorgestellt.

Sarah Wiener hat sich auf die Suche begeben um ein gutes und feines Geschirr zu entwickeln und dabei viele Produzenten kontaktiert und sie auf Herz und Nieren geprüft. Fündig ist sie bei der RIESS Manufaktur aus Österreich geworden, weil hier nicht nur die Eigenschaften von Emaille-Geschirr in Sarahs Vorstellungen gepasst haben, sondern auch sonst viele Werte wie Tradition, Authentizität und Nachhaltigkeit. Beim ersten Kontakt wurde seitens RIESS noch bei der Kontaktaufnahme zu einer möglichen Zusammenarbeit mit dem typisch österreichischen Sager: "Na schau' ma mal" reagiert. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, kann dann noch tolle Dinge gemeinsam zustande bringen. Und genau dies ist mit der Serie der 19 Back- und Kochformen gelungen.

Doch nicht nur Emaille entpuppt sich laut Sarah Wiener als wunderbares und teils in Vergessenheit geratenes Material für Kochgeschirr. So ist alles aus Bodenschätzen gewonnen und zu 100" recyclebar. Auf einer Stahlform (basierend auf den vielen Grundformen in den Lagern von RIESS) wird eine Glasur aus Glas aufgebracht und dann schon einmal "vorgebacken", um eine hohe Festigkeit zu erlangen. Einmal fertig kann man damit mit jedem Herd und Ofen (von Gas bis Induktion) zu Werke gehen. Die Kombination aus Stahl und Glas bietet dabei eine enorme Wärmeleitung, was wiederum zu reduzierten Energiekosten führt. Oder Anfangs (wenn man es noch nicht gewohnt ist) auch zum einem oder anderen angebrannten Kuchen. "Temperatur reduzieren und damit die Umwelt schonen", rät Sarah Wiener. Nach einigen Übungskuchen sollte es klappen und man hat ein schönes und edles Werkzeug, womit das Backen und Zubereiten von Speisen wieder so richtig Spaß macht.

Damit dieses Werkzeug seinen Weg auch aus der Küche auf den Tisch schafft, hat man versucht den Tools auch ein tolles Design auf den Weg mitzugeben. Und das ist wirklich gelungen (auch, wenn es ein paar Anläufe benötigte, wie die Designerinnen von dottings, Katrin Radanitsch und Sofia Podreka erwähnen). Aber alle Umwege haben sich offensichtlich ausgezahlt. Reduziert, klar und dennoch mit viel Sinn für die Tradition von Emaille. So sind die klassischen Farben von früher wieder zu finden. Helles Gelb, zartes Rosa, Weiß, Braun-Rot und Lila-Töne. Allerdings mit einem Clou: sie werden 2x 'getaucht' und so entstehen individuelle und einmalige 2-farbige Emaille-Formen. Bisher einzigartig bei Emaille-Geschirr. Und genau diese Idee hat RIESS anfänglich vor große Probleme gestell. Typisch: einfache Idee - schwierige Umsetzung. Mit einem Unternehmen, welches sich dem Neuen verwehrt wird das nichts. Aber RIESS hat nach vielen Tests eine Möglichkeit gefunden, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Ergebnis und alle Details könnt ihr hier sehen. Insgesamt 19 Teile umfasst die Kollektion bisher und ist im gut sortierten Fachhandel in Österreich erhältlich (Cuisinarium, Slama, ... - aber auch im MAK-Shop, wo Produkte mit schönem österreichischem Design immer eine Heimat finden). 4 Schüsseln (die finden wir besonders toll, weil es super Alternativen zu den Teilen aus Plastik, Porzellan oder Edelstahl sind. Gut zu Verstauen und von der Rührschüssel bis zur Salatschüssel extrem vielseitig einsetzbar) von 30cm bis 14cm im Durchmesser (43,90 € für die Größte, 25,90 € für eine Kleine), 2 Kännchen/Messtöpfe, 4 Muffinformen, Back- und Bratformen, Gugelhupf (der Klassiker schlechthin), Rehrückenform sowie alles für den (Obst)Kuchen.

Mehr Bilder und Eindrücke von der Präsentation gibt es hier zu sehen! Wir hatten auf jeden Fall Spaß bei der Präsentation und einige sehr nette Gespräche über Kochen, der Lust und Laune im Umgang mit 'echten' Lebensmitteln, Ursprünglichkeit und Design. Vieles davon vereint diese Kollektion. Was wir uns noch wünschen würden? Insbesondere die Schüssel würden durch Ergänzung von Deckel (zum luftdichten Verschließen aus Kunststoff oder auch in der traditionellen Variante mit Bügelverschluss) noch mehr Sinn ergeben und wirklich vielseitige Begleiter im Küchenalltag (oder zum Transport für Salate, Cremen oder ähnlichem zum Picknick) werden.

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RIESS, KELOmat, Sarah Wiener, Emaille, Edition, Backgeschirr, Kochgeschirr, Vorstellung, Wien, Design, Dottings, Katrin Radanitsch, Sofia Podreka

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1 Kommentar
  • Holger Schmidt
    27.02.2013

    Ich kann mich noch erinnern - als Kind bei meiner Großmutter gab's ausschließlich Riess Email. Kommt ja direkt aus einem der Nachbarortschaften. Oma schwörte darauf! Leider war das Riess Email viele Jahre eher altbacken, was das Design anging.

    Diese Sarah Wiener Edition allerdings gefällt mir ausgesprochen gut. Ich werd' am Samstag mal in die Innenstadt pilgern und sie mir selbst ansehen und vielleicht zuschlagen. Nicht minder kostspieliges Backzubehör aus dünnen teils schlecht lackierten Blechen bin ich wirklich leid. Die wenigen emaillierten Produkte sind unverwüstlich und genial gut.

    Jetzt müsste Riess es nur noch schaffen eine Brauchbare Homepage erstellen zu lassen 😉

Das passt dazu